Vor gut 30 Jahren wurde in
Berlin der erste ERFINDER-Stammtisch Deutschlands gegründet. Dieser
hat sich als echtes Erfolgsmodell erwiesen. Ohne großen
Organisations-Aufwand haben erstaunlich viele und sehr unterschiedliche
Menschen zu uns gefunden. Und er erfreut sich noch immer großer
Beliebtheit!
Ähnliche Bestrebungen
anderer hatten weniger Erfolg und sind teilweise schon nach kurzer Zeit
gescheitert. Was also ist das Geheimnis (wenn es denn ein solches gibt)
des ältesten ERFINDER-Stammtischs?
Das Wichtigste vorweg:
Wer einen ERFINDER-Stammtisch gründet, sollte dies einzig aus Freude daran
tun, sich mit anderen ErfinderInnen zu
treffen. Einfach nach dem Motto: Fußball-Begeisterte treffen sich auf
dem Fußballplatz, ErfinderInnen am ERFINDER-Stammtisch. Und zwar
regelmäßig, ohne Ausnahme und immer zur gleichen Zeit am gleichen Ort.
Wir verstehen unseren
Stammtisch als 1.te Anlaufstelle für Interessierte. Vorträge oder
ähnliches organisieren wir zu anderen Terminen. Denn unsere Besucher
wollen eigene Fragen
beantwortet haben und Meinungen von möglicht unterschiedlichen Menschen
hören. Deshalb geben wir viel Raum, damit man
sich kennen lernen und austauschen kann. Erfahrungsaustausch ist nun
einmal die billigste Investition. Wenn Sie dies als Stammisch-Leiter(in)
sicherstellen, läuft alles andere wie von selbst. Sie werden es erleben !
Unverrückbarer Termin:
Dies erspart Verwaltungsaufwand. Denn (schriftliche) Einladungen erübrigen
sich. Bitten Sie jeden Besucher darum, auf Ihren Stammtisch aufmerksam
zu machen. Dies gilt für ErfinderInnen genauso, wie bspw. auch für
Journalisten. Jeder Teilnehmer muss sich außerdem an Ihrem Stammtisch
mit anderen verabreden dürfen. Dies hat den Vorteil, dass immer mehrere
Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Und, Sie werden sehen, das ist
die beste Reklame.
Wir
treffen uns immer am 1. Mittwoch im Monat (nach Kalender). Ausnahmen
gibt es nicht.
Unverrückbare Adresse:
Mancher tut sich sehr schwer damit, öffentliche Einrichtungen zu
besuchen. ErfinderInnen sind Individualisten, die Organisiertheit regelmäßig
ablehnen und lieber das direkte Gespräch (ohne Voranmeldung)
bevorzugen. Wir treffen uns also in einem Lokal. Schön, dass in diesem
auch Geh-Behinderte leichten Zutritt haben. Denn wir möchten niemanden
ausschließen. Unser Treffpunkt liegt in der Nähe einer U-Bahn-Station.
Ist deshalb also gut erreichbar. Ein mittelgroßer Saal ist vorhanden.
Diesen dürfen wir kostenlos nutzen, weil wir ja Umsatz machen und schon
oft das Fernsehen und andere Presse-Vertreter aufgetaucht sind. Somit
machen wir gleichzeitig auch für unser Lokal Reklame und sind nach wie
vor gern gesehene Gäste.
ACHTUNG: Sollte Ihr Lokal am Stammtisch-Termin
geschlossen haben, so sorgen
Sie rechtzeitig auch für ein Ausweich-Lokal. Wenn
alle Stricke reißen, hilft notfalls ein
Zettel an der Eingangstüre des Stamm-Lokals, auf dem
das Ausweichlokal genannt ist.
Offen für jeden (Hilfe zur Selbsthilfe):
Jeder darf jeden einladen und/oder mitbringen. Erfinder-Kollegen ebenso
wie Journalisten, Unternehmer, Berater usw.. Mitgliedschaft in einem
Erfinderverband darf keine Voraussetzung für die Teilnahme am
Stammtisch sein. Erlaubt ist natürlich Reklame für die eigene
Erfinder-Organisation (wie kann dies auch anders sein?). Eintrittsgeld
darf nicht erhoben werden. Aber jeder muss selbstverständlich den
eigenen Verzehr bezahlen.
Aufgaben der Stammtisch-Leitung:
Zunächst muss ein geeigneter Ort gefunden werden. Mit 1-3 Kollegen muss
man sich dann noch darüber verständigen, wer welchen Termin auf jeden
Fall wahrnimmt. Denn niemals darf der Stammtisch ohne Betreuung sein!
Wir vereinbaren dies untereinander per Telefon-Rundruf.
Genau wie bei jedem guten
Gastgeber, besteht die selbstverständliche Aufgabe der
Stammtisch-Leitung darin, zunächst das 4-Augen-Gespäche mit den
Erst-Teilnehmern zu suchen. (Die Stamm-Teilnehmer werden sich in dieser
Zeit gerne untereinander austauschen). Erst einmal geht es darum,
herauszufinden, welche Fragen der neue Gast mitgebracht hat. Dabei
werden gleich auch die Adresse, das Erfindungsgebiet sowie weitere
Stichworte notiert, damit im Fall der Fälle Informationen weitergegeben
werden können. Alle Anschriften usw. landen beim Stammtisch-Chef, der
diese sorgfältig aufbewahrt. Nach diesem Kennenlernen wird der/die Neue
kurz vorgestellt und ein anderer Teilnehmer - derjenige den man im
Moment als den geeignetesten Gesprächspartner einstuft - persönlich
gebeten, sich mit der/dem Neuen nun zu unterhalten. Der Rest entwickelt
sich!
Als letztes gehört auch
noch die Presse-Pflege zu den Aufgaben der Stammtischleitung. Bei Gründung
haben wir gleich die Presse eingeladen und waren sofort nicht nur in den
Tageszeitungen sondern auch im Fernsehen präsent. Dadurch wurden unsere
Treffen kostenlos in verschiedenen Veranstaltungsprogrammen veröffentlicht
und der erste Nachwuchs war gesichert. Fragen heute Journalisten an, so
werden diese automatisch zum Stammtisch eingeladen. Und wir können
immer mit geeigneten Gesprächspartnern dienen.
Resümee:
Der Besuch beim ERFINDER-Stammtisch macht nach wie vor große Freude.
Denn man weiß ja nie, wen man nächstes Mal kennen lernt. Ob noch
einmal ein echter Nobel-Preisträger wie der unvergessene Prof. Ernst
Ruska oder ein Unternehmer wie Miron Padovicz (Lizenzgeber des
Haft-Notizblocks) dabei sein wird? Egal, denn ungewöhnlich interessante
Menschen trifft man allemal !
Viel Erfolg und mit
kollegialen Grüßen
Ihr Erfinderstammtisch Berlin (Wilmersdorf)